Zettel – Hilfe oder der Weg ins Chaos?

Ganz egal, wie gut deine Geschichte geplant ist, während du schreibst, drängen sich immer neue Gedanken auf, die wichtig sind. Logikfehler, Dinge, die du überprüfen möchtest, falsche Bezüge. Du notierst sie auf Zettel, um nichts zu vergessen und dich später darum zu kümmern. Wie sinnvoll ist das?

Zettel

Zettel als Gedankenstütze

Wenn man Wichtiges notiert, fühlt man sich schlagartig besser. Zumindest geht das mir so, da man das Gefühl bekommt, man habe wenigstens den ersten Schritt zur Erledigung getan. Das ist ein legitimes Gefühl, allerdings sollte man auch darüber klar sein, das die Aufgabe irgendwann erledigt werden sollte. Hier liegt allerdings die Krux. Zettel haben manchmal die unangenehme Eigenschaft, sich in Luft aufzulösen. Auch Post-its. Die ganz besonders. Bei denen geht man davon aus, dass sie fest an dem Ort verweilen, an den man sie hingeklebt hat. Dabei fallen sie spätestens nach dem zweiten Tag vom Bildschirmrand und werden nie mehr gesehen. Daher habe ich mir schon lange die Zettelwirtschaft abgewöhnt und schreibe wichtige Gedanken in ein Notizbuch.

Nicht schön, aber effektiv

Dieses Notizbuch führe ich seit meinem Erstling Gas und Galle. Ich tage es meistens mit mir herum. Darin schreibe ich chronologisch alles auf, was mir zu meinem aktuellen Projekt einfällt. Und das, was mir zu zukünftigen Projekten bereits heute einfällt. Stopp – was ist dann mit der Chronologie und der Übersichtlichkeit? Die bleibt durch einen simplen Trick erhalten.

meine alternativen ZettelIch bin immer noch ein analoger Mensch. Daher arbeite ich gerne mit Notizbüchern. Das habe ich in diesen Artikel bereits einmal geschrieben. Die sind kompakt und bieten dennoch ausreichend Platz. Meins hat 160 Seiten, die ich in 40 Seiten-Blöcke unterteilt habe. 40 Seiten pro Projekt für Notizen vor und während des Schreibprozesses haben sich als ausreichend erwiesen. Leider hat man selten mehr als ein Lesebändchen, daher habe ich meinen Projekten Farben zugeordnet, um sie im Buch schneller zu finden. Diese bunten Punkte finden sich auch in der rechten oberen Ecke, damit ich beim Durchblättern schneller weiß, wo ich bin. Wie man sieht, lugt aber auch hier ein Zettel heraus. Erwischt. 🙂 Das war ein Zettel, auf den ich unterwegs einen wichtigen Gedanken draufgekritzelt habe.

Das bringt mich zu einem weiteren Punkt. Ein Notizbuch in dieser Größe nimmt man mit auf die Arbeit, sicher aber nicht zu einem Konzert oder zum Fahrradfahren. Dafür empfehle ich eins im Pocketformat, dass man in die Hosen- oder Jackentasche stecken kann. Wichtig ist, dass es ein zusammenhängendes Format hat und daher – anders als Zettel – nicht so ohne weiteres verloren gehen kann. Wie man auf dem sieht, habe ich mich an meinen eigenen Ratschlag nicht gehalten. Aber manchmal ist das die Situation schuld, in der man steckt. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, einen Zettel zu benutzen, dann sorgt dafür, dass dieser Zettel so groß wie möglich ist. Faustregel: Je größer ein Zettel ist, desto weniger geht er verloren.

 

Digitale Zettel

Natürlich gibt es auch eine elegante digitale Methode, seine Zettel zu verwalten. Das bietet sich an, weil man sein Smartphone eigentlich immer dabeihat. Hier gibt es eine ganze Reihe von Apps, die entweder kostenlos sind oder bei denen es eine kostenlose Light-Version gibt, die man ausprobieren kann. Ich habe hier drei Favoriten für effizientes Zettel-Management:

Diese beiden gibt es leider nur für den Mac, iPad oder iPhone. Beide kostenpflichtig. Things schlägt in der Mac-Version mit ca. 40 Euro ganz gewaltig zu Buche. Bear hat ein Abonnement-Modell und kostet ca. 12-13 Euro im Jahr, je nach Wechselkurs.

Gibt es das Beste beider Welten und dafür noch vollkommen kostenlos? Ja, das gibt es:

Simplenote läuft auf allen Betriebssystemen, die sich lückenlos untereinander synchronisieren. Damit das klappt, muss man sich auf ihrer Seite registrieren. Damit haben lose Zettel keinerlei Chance mehr. Für den Einstieg eine absolute Empfehlung!

 

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