Speed Plotting – Schnell zur neuen Geschichte

Dieses Jahr werde ich wieder beim NaNoWriMo mitmachen. Dieser Blitz-Entschluss verlangte einen schnellen Plot. Was also tun? Speed Plotting war die Lösung.

Speed Plotting

Habe ich nicht schon genug um die Ohren?

Mein letztes Buch Potztausend habe ich diesen Monat erst veröffentlicht, dennoch kribbelt es mir schon wieder in den Fingern. Unter normalen Umständen würde ich – allen Ratschlägen diverser Schreibratgeber zum Trotz – eine Herumlümmel-Phase einlegen und die Rohfassung meiner neuen Geschichte erst Anfang nächsten Jahres schreiben. Speed Plotting? Nicht mit mir. Bis ich feststellte, dass der NaNoWriMo – der National Novel Writing Month – vor der Tür steht. Nicht, dass ich das nicht gewusst hätte, schließlich ist der jedes Jahr zur gleichen Zeit. Ich habe mir bislang nur keine Gedanken darüber gemacht. 2015 und 2016 habe ich daran teilgenommen, letztes Jahr eine Pause eingelegt, weil er nicht in meinen Zeitplan passte. Das ist dieses Jahr anders. Also ist Speed Plotting angesagt.

Raus aus den Pantoffeln und rein in die Laufschuhe

Ich plane meine Geschichten sorgfältig. Die Leser, die meinen Blog verfolgen, wissen das. Verwicklungen und Handlungsablauf müssen genau geplant werden. Daher war Speed Plotting nichts, was ich  für die Planung meiner Geschichten ernsthaft in Betracht zog. Es dauerte halt so lange, wie es dauerte. Jetzt wechsele ich das Genre und habe dabei die interessante Feststellung gemacht, dass Speed Plotting genau das Werkzeug ist, mit dem ich hier meine Handlung vorantreiben kann. Und sogar, ohne den Plot unnötig in die Länge zu ziehen. Woran kann das liegen? Liegt mir das Genre einfach mehr? Glaube ich nicht. Ich glaube, es liegt einfach an den Spielregeln dieses Genres. Krimis – ob kuschelig oder nicht – folgen einem bestimmten Muster.

Warum eignen sich Krimis so gut fürs Speed Plotting?

Ich glaube, es liegt an der linearen Handlung. Hier wird selten mit unterschiedlichen Sichtweisen gearbeitet, es gibt keine Dinge, die der Leser schon weiß und der Detektiv noch nicht, genausowenig umgekehrt. Als Protagonist erlebt man die Handlung zeitgleich und kann sie somit direkt beeinflussen. Die Geschichte geht in die Richtung weiter, die ich einschlage. Jetzt kann man natürlich einwenden, das sei in jedem anderen Genre auch möglich. Vielleicht. Aber bestimmt nicht so mühelos. Mit Speed Plotting die Handlung zu entwickeln, fiel mir noch nie so leicht. Ein klassischer Krimi nach dem Whodunit-Prinzip ist einfach eine gradlinige Sache. Ich muss nicht mit verschiedenen Handlungssträngen jonglieren, die am Ende zufriedenstellend zusammenlaufen.

Speed Plotting: Wie geht das denn nun?

Erst einmal habe ich simple Mathematik benutzt, Ich hatte am Anfang bis zum 31.10. noch acht Tage zur Verfügung. Meine neue Geschichte wird 64 Szenen haben. Um sie bis zum Ende durchzuplanen, muss ich acht Szenen am Tag plotten. Eigentlich gehe ich das wesentlich gemütlicher an. Vier bis sechs Wochen kann das normalerweise durchaus dauern. Ich machte mir durchaus Sorgen, ob Speed Plotting für mich überhaupt möglich war. Aber was soll ich sagen? Da ich selbst die Kontrolle über den Verlauf der Ermittlung meiner Protagonistin habe, brauche ich mich immer nur zu fragen: Was würdest du als nächstes tun? Es ist, als würde ich einen Mord aufklären, obwohl ich schon weiß, wer der Mörder ist. Im Laufe des Tages grübele ich oft über »meinen Fall« nach. Abends setze mich dann hin und die Szenen sprudeln aus mir raus.

Ich weiß nicht, ob der Krimi das einzige Genre ist, wofür sich Speed Plotting eignet. Einen Einstieg in diese Vorgehensweise bietet es auf jeden Fall. Ich werde zur gegebenen Zeit einmal testen, ob ich diesen Turbo auch in einem weiteren Genre einschalten kann.

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