Sequenzen – das Ende der Kreativität?

Ich liebe Szenen, die die Geschichte voran bringen. In ihnen kann ich die ganze Palette der zwischenmenschlichen Komplikationen unterbringen. Jedoch gibt es auch Übergänge, in denen ich den Leser mit zusätzlichen Informationen versorgen muss – den Sequenzen. Warum ich sie am liebsten vermeiden würde, erfährst du hier.

Sequenzen

Sequenzen als Hemmschuh einer Story

Vor Jahren war ich der Überzeugung, ich könne keine Dialoge schreiben. Darüber habe ich hier bereits einmal berichtet. Heute kann ich gar nicht mehr genug davon bekommen. Mit ihnen habe ich die Möglichkeit, den Leser durch die Geschichte zu peitschen, ihn mit den Figuren zu fühlen zu oder sich einfach nur amüsieren zu lassen. Leider kann ich meine Geschichten nicht ausschließlich mit diesen Szenen bestücken. Ich brauche ebenfalls Sequenzen, um der Story eine Richtung zu geben, Informationen zu kanalisieren, damit der Leser Luft holen und sich ein nochmal ein Bild des großen Ganzen machen kann. Sequenzen bilden die Übergänge im Plot, stellen die Weichen für die weitere Handlung und sind daher unverzichtbar. Ich hasse sie.

Wenn die Geschichte keinen Spaß mehr macht

Vorgestern habe ich etwas Geschriebenes gelöscht. Das mache ich sonst nie. Aber ich fand es uninspiriert, langweilig und hölzern. Normalerweise tröste ich mich bei der Rohschrift damit, dass eine Überarbeitung alles wieder richten kann. In diesem Fall allerdings nicht. Habe ich bereits einmal erwähnt, dass es sehr anstrengend ist, lustig zu schreiben? Bei Szenen mit vielen Personen und entsprechenden Dialogen passiert mir das nie. Da gibt es keine Szene, die bei meiner Ampelbeurteilung von auf Rot springt. Bei Sequenzen passiert mir das regelmäßig. Sie verderben mir den Spaß an meiner Story und lassen mich an mir zweifeln. Verständlich, dass ich nicht gerade positiv auf sie zu sprechen bin.

Was also tun?

Ganz vermeiden kann ich die Sequenzen nicht. Das ist mir klar. Ohne sie würde auch die Logik des Plots leiden. Also muss ich mich mit ihnen anfreunden. Einen weiteren Schritt dahin habe gestern gemacht. Die Sequenzen und ich haben einen Kompromiss geschlossen. Ich versuche sie ein Stück weit wie Szenen zu behandeln, und sie sind dafür nicht mehr so anstrengend zu schreiben. Das hat gestern recht gut geklappt. Was ich daraus gelernt habe? Mein XXX sollte es sein, jeden Abschnitt meines Plots so zu gestalten, dass ich Spaß daran habe, ihn zu schreiben. Das tut mir gut und damit auch meiner Geschichte.

Wie geht ihr mit Sequenzen um? Habt ihr Spaß an ihnen oder versucht ihr sie ebenfalls zu vermeiden? Als Lektüre kann ich auch Stephans Wahlscheidts Schreibcamp: Die 28-Tage-Fitness für Ihren Roman empfehlen, speziell zu diesem Thema Tag 26: Szenen-Anfänge.

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