Kreative Pause oder vor der Arbeit drücken?

Ich hänge. Fast eine ganze Woche habe ich rein gar nichts gemacht. Der neue Plot ist mal wieder etwas störrisch, und irgendwie frustriert mich das. Ich tröste mich damit, dass es sich hierbei um eine kreative Pause handelt. Aber stimmt das wirklich?

kreative Pause

Kreative Pause als faule Ausrede?

Ich war letzte Woche nicht besonders produktiv, so viel steht fest. Ich habe mich mehr mit der Vorstellung über Wasser gehalten, eine Schriftstellerin in meinen Gedanken zu sein, als wirklich eine im realen Leben. Eine ganze Woche ohne etwas zu tun habe ich lange nicht mehr gehabt. Ich habe wirklich nichts gemacht. Dabei ist der Plot meiner neuen Geschichte äußerst interessant. Ich freue mich schon darauf, endlich loszulegen. Dennoch möchte ich erst zu Ende plotten. Ich bringe es fertig, im letzten Drittel des Plots etwas zu ändern, das mich zwingt, die beiden anderen Teile nochmal zu überarbeiten. Brauche ich wirklich eine kreative Pause oder lasse ich mich hängen?

Kreative Pause als Prozess im kreativen Schaffen?

Es wäre schön, wenn ich mich hinter dieser Erklärung verstecken könnte. Leider ist das nicht so. Auf der Arbeit war alles ruhig und stressfrei. Überhaupt gestalteten sich die letzten Tage sehr harmonisch. Ist es das? Brauche ich Stress, um nicht in eine kreative Pause zu fallen? Oder beschäftigt mich die bevorstehende Veröffentlichung von Tulpenfrieden doch mehr, als ich es mir selbst eingestehen möchte? Was mich zu der Überlegung zwingt, ob es die beiden anderen Male ebenfalls so gewesen war. Leider kann ich das nicht mehr sagen, da ich keine Schreibtagebuch führe. Rechtfertige ich mir gegenüber mein Nichtstun als kreative Pause?

Bin ich einfach nur faul?

Ich habe mal etwas recherchiert und festgestellt, dass es tatsächlich so etwas wie eine kreative Pause gibt. Sie gehört zu einer Phase des kreativen Prozesses. Das basiert auf dem Vier-Phasen-Modell des deutschen Physiologen und Physikers Hermann von Helmholtz. Allerdings bezeichnet er diese Phase nicht als kreative Pause, sondern als Phase der Inkubation. Egal, wie es heißt, ich bin froh, dass es eine Erklärung für das gibt, was mich im Moment hemmt. Es beruhigt mich insoweit, dass ich mich nicht für faul halten muss. Ich distanziere mich von meinem Plot, um mein Unterbewusstsein für mich arbeiten zu lassen. Meine kreative Pause ist also in Wirklichkeit keine. Immerhin arbeitet mein Unterbewusstsein. 🙂

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