Wie uns Karten beim Schreiben helfen können

Geschichten spielen in Ländern, Städten und Gemeinden. Aber warum eine neue Welt erfinden, wenn wir eine vorhandene nutzen können? Lesen wir Karten.

Lesen wir Karten

Was haben Straßenkarten mit meiner Geschichte zu tun?

Wie bin ich auf diesen Beitrag gekommen? Vielleicht, weil ich gerade in Rom bin und mir das Thema Karten auf einmal wieder ganz vertraut ist. Egal, wie (über)technisiert unsere Welt auch ist, mein Freund verlässt sich bei grundlegenden Dingen auf die erprobten Mittel. Wie Straßenkarten. Daher lesen wir beide Karten wie die Weltmeister, um uns in der großen Stadt zurechtzufinden. Dabei kam mir in den Sinn, dass ich das seit meiner ersten Geschichte nicht anders mache. Nur die Wahl der Mittel hat sich verfeinert. Karten können uns helfen, neue Welten zu erschaffen.

Das ist doch wohl nichts Neues

Stimmt. Auf den ersten Blick nicht. Die High Fantasy-Autoren unter uns wissen das sowieso. Programme wie Profantasy z.B. lassen diesbezüglich keine Wünsche offen. Allerdings fühle ich mich von der Vielfalt dieser Programme leicht erschlagen. SO viele Möglichkeiten brauche ich für meine Geschichten auch einfach nicht. Ich glaube, das wird den meisten von uns so gehen.

Das forensische Gemetzel und Gas und Galle sind Geschichten, die in kleinen Dörfer spielen. Wer schon mal ein Buch von mir gelesen hat, der weiß, dass in meinen Romanen gerne viele Personen vorkommen. Obwohl ich meine Figuren gut kenne, hilft es mir dennoch zu visualisieren, wie, wo und wie weit voneinander weg sie wohnen. Wie lang sind die Wege, wenn der Protagonist seinen Bruder am anderen Ende des Dorfes besucht? Wo kommt er überall vorbei? Wenn er in den Dorfteich fällt, wäre das realistisch, da der eigentlich auf einer ganz anderen Route liegt?

Ihr merkt, warum es hier geht. Die innere Logik der Geschichte. Natürlich wird diese ebenfalls von anderen Faktoren bestimmt. Aber hier haben wir die Möglichkeit, es uns einfacher zu machen.

Karten für unsere Geschichten – ganz ohne teure Software

Ich nutze Sonntagsausflüge ganz bewusst, um während meiner Planung Orte zu finden, in denen meine Geschichten spielen könnten. Wieder zu Hause suche ich mir diesen Ort auf Stepmap , entferne Straßennamen und andere verräterische  Bezeichnungen und lade mir dann den Ausschnitt mit 2560 x 2560 Pixel für 4,99 € als .jpg-Datei herunter (nein, ich bekomme kein Geld für diese Werbung). Dieses Bild lasse ich bei einem Plotservice auf DIN A0 ausdrucken. So habe ich eine große Fläche, auf der ich meine Geschichte und ihr komplettes Umfeld entwickeln kann.

Hier könnt ihr nun eigene Straßennamen und Hausnummern vergeben, eure Charaktere in die verschiedenen Häuser einziehen lassen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie der Ort aussieht, an dem eure Figuren leben. Ich gehe noch einen Schritt weiter und klebe auch Fotos von den Häusern und der Umgebung aus. Häuser ohne Personen von der Straße zu fotografieren ist zwar zulässig, aber ihr könnt den Hausbesitzer auch ganz einfach fragen. Wenn ihr ihm nicht auf die Nase binden wollt, dass ihr ein Buch schreibt, sagt einfach, ihr sammelt Bilder von besonderen Häusern. Das wirkt sicher.

Die Welt ist ein wunderbarer Ort. Für uns Schriftsteller sowieso. Warum also was erfinden, was wir schon haben? Oder im speziellen Fall: Warum einen Ort neu erschaffen, den es schon gibt?

 

Schreibe einen Kommentar

Required fields are marked *.