Hoffnungen und Ängste – Eckpfeiler der Story?

Letze Woche ist es passiert. Ich langweilte mich in meiner Geschichte. An meinem Plot lag es nicht. Die Grundidee war gut, die Handlung witzig. Woran konnte es dann liegen? Es dauerte einen Moment, aber dann erkannte ich es: Ich wusste nichts über die Hoffnungen und Ängste meines Protagonisten.

Hoffnungen und Ängste

Warum willst du nicht wie ich will?

Hatte ich den Protagonisten nicht gerade erst gewechselt, weil ich der Meinung war, die Geschichte sollte aus seiner Sicht erzählt werden? Jupp, da war was. Der Meinung bin ich immer noch. Trotzdem war die Sache zäher als Kaugummi. Ich drehte mich immer um denselben Brei. Mir fehlten die Konflikte, um die Geschichte voranzutreiben. Aber woher kommen Konflikte? Wenn zwei Menschen nicht miteinander auskommen. Geschenkt. Wenn unser innerer Frieden gestört wird? Schon heißer. Wie entsteht innerer Frieden? Wenn man ausgeglichen ist. Auf einmal wurde es mir klar. Die Geschichte klappte nicht, weil ich über die Hoffnungen und Ängste meines Protagonisten nichts weiß.

Figuren ohne Probleme?

Meine Figuren müssen funktionieren. Sie erleben wahnwitzige Situationen, denen sie sich nicht entziehen können, um auf einen Selbstfindungstrip zu gehen. Es sei denn, ich habe es in den Plot geschrieben. Es ist keineswegs so, dass mir ihre Hoffnungen und Ängste egal sind. Ich vergesse nur manchmal, dass sie ein sehr kompliziertes Innenleben haben. Das ist schließlich der Grund, warum ich sie für meine Geschichte gecastet habe. Nur ein schwieriges Innenleben muss auch ergründet werden. Dann ergeben sich die Konflikte im Plot fast ganz von allein. Die Figuren funktionieren immer noch. Dann aber im Sinne des Handlungsverlaufes. Hoffnungen und Ängste halt.

Hoffnungen und Ängste – Statik oder Bewegung?

Ohne Konflikte sind Geschichten nur wie entlegene Bachläufe, die mehr oder weniger seicht vor sich hinplätschern. Woher aber kommen die Konflikte? Die Antwort ist naheliegender, als man vielleicht denkt. Sie entstehen durch die Hoffnungen und Ängste der Charaktere. Diese wirken wie Dämme, die das Wasser zwingen, sich andere Wege zu suchen, um dann entweder kraftvoll durchzubrechen oder als klägliches Rinnsal durch das Gestrüpp der zu rieseln. Hoffnungen und Ängste stützen einen Plot, der ohne sie unter einer Belastung sofort zusammenbrechen würde. Das bedeutet für mich, ich muss mich mal wieder näher mit meinem Protagonisten beschäftigen. Ich sollte ihn mal einladen…

 

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