Der Marketing-Mix: Preisaktion und Geschenke

Viele Autoren bieten Bücher mit einer Preisaktion oder umsonst an. Das soll ihre Bekanntheit erhöhen. Dabei hat der Ausverkauf schon längst begonnen.

Preisaktion

Jeder fängt mal an

Ja, ich gebe zu, dass ich es auch schon gemacht habe. Bei meinem Erstling Gas und Galle. Ich war eine komplett unbekannte Autorin mit einem Erstlingswerk und befand mich so zwar in guter – aber ziemlich unüberschaubaren – Gesellschaft. Der Erfolg war da, aber der war trügerisch. Denn die Top 100 der kostenlosen Bücher bei Amazon ist Welten entfernt von der der bezahlten. Klar, es ist toll, wenn dein Buch stetig die Ränge nach oben klettert. Aber es bringt nichts ein außer einen Achtungserfolg. Es wirkt sich nicht – oder kaum – auf die tatsächliche Sichtbarkeit aus. Ich habe mal irgendwo gelesen, das Verhältnis sei 20:1. 20 Plätze in den kostenlosen Charts bringen dich einen Platz nach oben in der wirklichen Welt, in der mit härteren Bandagen gekämpft wird. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Es erscheint mir aber realistisch.

Das Paradies für Autoren?

Wir leben in einer schönen, neuen Welt. In einer Welt, in der seit ungefähr zehn Jahren für Autoren alles so einfach scheint. Amazon hat es möglich gemacht: Das Publizieren von Büchern für jedermann. Ich wünschte heute wirklich, ich wäre in der Anfangsphase bereits dabei gewesen und wäre nicht erst so spät auf den Zug aufgesprungen. Vielleicht wäre ich dann heute schon berühmt. Könnte sein. Viele anderen Autoren haben es in dieser Zeit geschafft. Heute braucht man eine Preisaktion, um überhaupt noch auf sich aufmerksam zu machen. Preisaktion bedeutet in dem Fall allerdings nicht verschenken. Bei einer Preisaktion bietest du dein Buch zu einem reduzierten Preis an.

Eine Preisaktion kostet dich mehr, als du denkst

Was hat das für Vorteile? Bücher, die im Rahmen einer Preisaktion, aber nicht umsonst abgegeben werden, zählen in den normalen Charts mit. So unspektakulär sich das anhört, es ist ein gewaltiger Unterschied zu den kostenlosten Aktionen. Sie helfen dir, die Leiter zu den Charts nach oben zu klettern. So weit, so gut. Jeder Autor sollte sich jedoch die Frage stellen, ob es der Weg ist, den er beschreiten möchte. Es gibt bei einer Preisaktion durchaus Gefahren. Die sind zwar nicht so ausgeprägt wie bei den Verschenk-Aktionen. aber definitiv vorhanden. Bei einer Preisaktion verschacherst du deine Arbeit. Du hast Monate an deiner Geschichte gearbeitet und viel Herzblut hineingesteckt. Und das willst du mit einer Preisaktion von 99 Cent zum Teufel jagen? Genau das wird im Netz immer heiß diskutiert, aber in meinen Augen gibt es keine allgemeingültige Lösung. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was seine Arbeit wert ist.

Was bringt’s?

Ihr konntet es sicher schon deutlich zwischen den Zeilen hören: Ich habe die Preisaktion als Marketingmaßnahme für mich ad acta gelegt. Mit jedem neuen Buch entferne ich mich mehr von den Werten, die mir anfangs noch relevant schienen. Dabei habe ich etwas Wichtiges gelernt. Nämlich, dass ich meine Arbeit zu schätzen weiß und das auch bezahlt haben möchte.

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