Der Flughafen ist mein Zuhause

Ich bin ein Globetrotter. Zumindest war ich das mal. Was mich abgebremst hat? Das Leben. Lahme Entschuldigung. Aber es gibt Sachen, die leben immer weiter.

Fernweh

Tief in meinem Herzen bin ich ein Globetrotter. Schon immer gewesen. In meiner Jugend habe ich davon geträumt, die Welt zu bereisen. Und es auch getan. Ausufernd. Es war die schönste Zeit in meinem Leben. Ich habe gedacht, dass es immer so weitergehen würde. Ist es aber nicht. Aber was ist passiert? Eigentlich überhaupt nichts. Nichts Schlimmes auf jeden Fall. Man wird halt älter und das Leben verändert sich. Freunde bekommen Partner. Der ist dann auf einmal wichtiger. Das ist normal, natürlich. Dann vergingen erst einmal ein paar Jahre, bis ich wieder einen Flughafen sah.

Ein Flughafen löst etwas Besonderes in mir aus. Eine Begierde nach Freiheit, ein Gefühl, dass alles möglich ist. Die Vorstellung, dass genau jetzt – hier und heute – mein Leben nochmal beginnt. Nicht mehr zurückschauen, nie mehr wiederkommen. Ich könnte den ganzen Tag auf dem Flughafen verbringen. Das tue ich sogar manchmal. Hin und wieder fahren wir auf den Flughafen Köln-Bonn oder nach Düsseldorf, wenn wir mehr Zeit haben. Dort kann ich Stunden verbringen und einfach nur die Atmosphäre einatmen. Hier fühle ich mich lebendig. Ganz egal, wie lang der Flug zu meinem Urlaubsziel letztendlich dauert. Der Flughafen ist der Schlüssel zu meinem Wohlbefinden.

Freunde bekommen Partner. Habe ich oben bereits erwähnt. Aber Partnerschaften bekommen einen Vorteil, je länger sie dauern. Die Partner können sich auch mal wieder voneinander trennen. Moment! Missverständlich! Nicht von der Partnerschaft, sondern von ihrem Bedürfnis, permanent zusammen glucken zu müssen. Was vor ein paar Jahren noch nicht möglich schien, ist seit drei Jahren wieder Realität. Meine beste Freundin und ich starteten gestern wieder auf einen unserer legendären Urlaube. Hawaii. Da muss ich sicher nicht mehr zu sagen. Natürlich war ich auch mit meinem Partner die letzten Jahre regelmäßig im Urlaub. Auch durchaus exotisch. Kuba, zum Beispiel. Aber nie habe ich genau das spezielle Gefühl am Flughafen, das mir so wichtig ist. Nur, wenn ich in die USA fliege. Dann dafür aber heftig.

Amerika ist DAS Deja vu für mich. Das Gefühl, genau hierhin zu gehören. Das Gefühl, zu Hause zu sein. Ein Gefühl, das sich bereits am Flughafen einstellt. Daher bin ich bereits dann zu Hause, wenn ich an der Abflughalle aus den Auto steige.

 

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