Bitte einmal neu – warum das schwierig ist

Ich plane meine nächste Geschichte, die in ihrer Grundform bereits existiert. Ich habe bereits eine komplette Erstschrift, aber leider den falschen Protagonisten. Das habe ich leider erst hinterher bemerkt. Also plane ich neu und stoße dabei auf ungeahnte Schwierigkeiten.

Bitte einmal neu

Neu gleich besser?

Ich habe vor vier Wochen bereits einmal über das Zuviel an Ideen sinniert und habe meine Geschichte in der Zeit nicht annähernd so weit entwickelt, wie ich mir das gewünscht hätte. Mehrmals habe ich neu angefangen, weil mir der Ablauf der Szenen nicht stringent genug erschien oder mir im Nachhinein doch etwas Besseres einfiel. Besser ist natürlich gut. Leider passt dann ein Teil anderer – wirklich exzellenter Szenen – nicht mehr in die Handlung. Also wieder zurücktreten von der Magnettafel und neu überlegen. Dafür kritzele ich meine Szenen im Moment wieder mit Bleistift auf Karteikarten. Die kann ich hin- und herschieben, um mit meinem Szenenablauf eine vielversprechende Handlung zu kreieren. Klingt gut, hakt aber.

Verbissen und verbohrt – Sackgasse!

Dabei habe ich mir das so einfach vorgestellt. Ich habe mir aus einem Pool von 105 Szenen die Nebenhandlungen rausgepickt und war glücklich damit, dass ich nur noch die Szenen um meinen Protagonisten neu planen musste. Warum überhaupt ein anderer Protagonist? Weil der alte seine Rolle nicht zufriedenstellend ausfüllte und den Ansprüchen, die ich an ihn stellte, nicht gerecht wurde. Er war einfach falsch besetzt. Jetzt bastele ich die Konflikte neu zusammen, aber mein aktueller Protagonist hat einfach nicht die Probleme, die er braucht, um die komplette Geschichte zu tragen. Ich muss ihm also ein paar weitere andichten, jedoch aufpassen, dass ich nicht die Prämisse der Geschichte zerstöre. Die einzelnen Glieder der Kausalkette wollen sich einfach noch nicht zusammenfügen.

Alles neu im alten Trott

Was tun? Verzweifeln und die Brocken hinschmeißen? Ging mir durch den Sinn, aber mit jedem neuen Buch wird der Wunsch unbedeutender. Schließlich habe ich mir in der Vergangenheit bereits dreimal bewiesen, dass sich der Nebel immer wieder lichtet. Eine Erfahrung hat mir das auf jeden Fall beschert: Bau keine bereits ausgearbeitete Idee um. Das gibt Probleme. Wirf die Erstschrift lieber aus dem Fenster und fang komplett neu an. Damit wäre ich den ganzen Ballast einer bestehenden Rahmenhandlung auch losgeworden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. 🙂

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